Minimalismus - wie viele Dinge es gibt, die ich nicht brauche - Grünkauf

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Minimalismus oder wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche (Sokrates)

Wir leben in einem wirtschaftlichen System, das auf Wachstum ausgerichtet ist. Die Glücksforschung hat erfreulicherweise längst bewiesen, dass wir in den Industrieländern für ein erfülltes und glückliches Leben keine wachsende Wirtschaft benötigen. Ein erhöhter Konsum führt nicht zu wachsender Zufriedenheit. Im Gegenteil: eine große Menge von materiellen Gütern will gepflegt und genutzt werden und verursacht dadurch Stress.

Wie schon das geflügelte Wort sagt: weniger ist mehr. Und Minimalismus ist weniger Konsum bei steigender Zufriedenheit! Minimalismus klingt erst mal nach Verzicht, Einfachheit und aussteigen. Dinge, die in der heutigen konsumgetriebenen Lebensrealität wenig Platz finden.

Aber Minimalismus heißt vor allem, sich auf das Wesentliche und Wichtige zu fokussieren, bewusst zu konsumieren und mehr Freiheit und Unbeschwertheit genießen zu können.

Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie sich im täglichen Leben Freiräume für „ein bisschen Minimalismus“ schaffen können:

1. Informieren Sie sich über Minimalismus

Inzwischen gibt es viele Bücher, Blogs und Websites, die Sie an das Thema Minimalismus heranführen können. Uns gefällt der Blog von Christof Hermann, der auf www.einfachbewusst.de über Minimalismus und Nachhaltigkeit schreibt. Im Bestseller von Marie Kondo „Magic Cleaning“ erfahren Sie wie richtiges Aufräumen auch Ihr Leben verändern wird.

2. Misten Sie Ihren Kleiderschrank aus

Einer Greenpeace Umfrage aus dem Jahre 2015 zufolge lagern in Deutschlands Kleiderschränken eine Milliarde Teile, die gar nicht und nochmals eine Milliarde Teile, die selten getragen werden. Das macht 2 Milliarden Teile, die nahezu ungenutzt nur für den Kleiderschrank produziert worden sind. Trotzdem stehen wir jeden Morgen vor dem Spiegel und haben die Qual der Kleiderwahl. Das muss nicht sein! Reduzieren Sie Ihren Kleiderschrank sinnvoll und Sie erleichtern sich die morgendliche Entscheidung. Und so geht’s:

Bestandsaufnahme

  • Räumen Sie Ihren Kleiderschrank komplett aus und
  • nehmen Sie sich jedes Teil einzeln vor

Aussortieren

  • Sortieren Sie alles aus, was kaputt ist, zu einem Set gehört und nicht mehr vollständig ist, was nicht mehr gefällt oder Dinge, bei denen der Anlass vorbei ist.
  • behalten Sie nur Klamotten, die Sie glücklich machen.
  • behalten Sie nur, was bequem sitzt, schlicht und gut zu kombinieren ist und qualitativ hochwertig in der Verarbeitung
  • Trennen Sie sich von den vielen Irgendwie-brauche-ich-die-noch-Dingen! Was Sie heute nicht tragen, werden Sie auch in 3 Jahren nicht anziehen!
  • Trennen Sie sich von Teilen, die nicht passen, zu ausgefallen sind, unpraktisch oder unbequem, die Sie mehrfach haben und in denen Sie sich nicht wohlfühlen

Weiterverwertung: verkaufen, tauschen, spenden

Auch wenn Sie mit den aussortierten Klamotten nichts mehr anfangen können, jemand anderes kann es ganz sicher. Gut erhaltene Sachen können sie verkaufen im Internet z.B. bei www.kleiderkreisel.de, auf Flohmärkten oder in einem der inzwischen zahlreichen Second-Hand-Läden. Auch Kleiderspenden sind eine gute Alternative zur Weiterverwertung. Hier sollten Sie die allseits präsenten Altkleidercontainer meiden und die Sachen entweder zu Oxfam bringen oder sie selbst bei einer sozialen Einrichtung oder im Sozialkaufhaus abgeben. Unter www.wohindamit.org finden Sie viele passende Stellen. Auf sogenannten Kleidertauschpartys finden Ihre Klamotten einen neuen Besitzer. Auf der Facebook-Seite von Greenpeace-Ehrenamtlichen finden Sie Termine für geplante Veranstaltungen.

3. Trennen Sie sich von überflüssigen Dingen

Mit dem Ausmisten Ihres Kleiderschranks haben Sie einen wichtigen Schritt bereits getan. Jetzt kümmern Sie sich um all die Dinge, die in den Schränken und Regalen lagern. Denken Sie z. B. an Lotionen und Arzneimittel, vereinsamte Gegenstände (einzelne Handschuhe, Socken o.ä.), überflüssiges Geschirr, technisches Zubehör nicht mehr vorhandener Geräte, altes Spielzeug. Auch im Geldbeutel sammeln sich mit der Zeit viele unnütze Dinge an: abgelaufene Fahrscheine, Quittungen etc.

Dazu gehören auch die Möbel. Viele Wohnungseinrichtungen sind bunt zusammengewürfelt, um immer mehr Platz für größtenteils nutzlose Dinge zu schaffen. Wenn Sie hier einen Riegel vorschieben und sich von den Dingen trennen, die sie ohnehin nicht brauchen, dann hat das einen weiteren positiven Nebeneffekt. Sie können sich ihrer Wohnraumgestaltung ganz objektiv und aus ästhetischen Gesichtspunkten widmen.

Trennen Sie sich von Dingen …

  • … von denen Sie nicht wussten, dass Sie sie haben
  • … die Sie noch nie benutzt haben oder von denen sie glauben, dass Sie sie nie benutzen werden
  • … deren Funktion mittlerweile von einem anderen Gegenstand erfüllt wird
  • … die Sie ein Jahr nicht benutzt haben
  • … die sie doppelt haben
  • … die Ihnen nie gefallen haben, aber vielleicht ein Geschenk waren

 

4. Kaufen Sie bewusster und öfter mal Second Hand

Fragen Sie sich bei jedem Kauf: Brauche ich das wirklich? Sie werden überrascht sein, wie oft Sie zu Dingen greifen, die sie gar nicht brauchen. Auch der Gang in eines der vielen Second Hand Läden lohnt sich wirklich!

5. Reparieren statt neu kaufen

Ein Großteil unseres Elektroschrotts wird gar nicht dort recycelt, wo er entsteht. Unter gefährlichen Umständen für die eigene Gesundheit verwerten Menschen vor allem in Entwicklungsländern das Material, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn Sie diesen Raubbau an Umwelt und Leben nicht weiter unterstützen wollen, können Sie helfen, indem Sie weniger Elektroschrott verursachen.

Defekte Elektrogeräte reparieren zu lassen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. Inzwischen gibt es in vielen Städten regelmäßig sogenannte Repair Cafés. Hierher kann jeder kommen und seine kaputten Geräte mitbringen, bezahlt werden müssen nur die Ersatzteile.

Unser Fazit: Wenn Sie das Überflüssige entfernen und sich auf das Wesentliche konzentrieren, haben Sie den Raum, die Zeit und die Energie, Ihr Leben aktiv zu gestalten und für alles das, was für Sie selbst am wichtigsten ist.Merken

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