Naturkosmetik zum Selbermachen - Grünkauf

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Naturkosmetik zum Selbermachen

“Nein, das ist eher nichts für mich” – werden nun einige LeserInnen denken. Zu tief sitzen die geruchsstarken Erinnerungen an Ei, Bier oder Avocado im Haar, die dem Haar mehr Glanz verleihen sollten. Auch möchte man ungern an die Allergie nach der Gurkenmaske im Gesicht denken, oder an den klebrigen Hals nach der Honigmaske.

Mittlerweile hat sich in der nachhaltigen Naturkosmetik zum Selbstherstellen aber einiges getan. Neue Rezepturen, neue Anwendungsmöglichkeiten, neue Zutaten. Und ein Blick in die neue Welt der Naturkosmetik lohnt sich, denn wussten Sie es?

In unserem Haushalt nutzen wir tatsächlich um die zirka 30 verschiedene Pflegeprodukte für den Körper. Und das regelmäßig: Zahncreme, Mundwasser, Seife, Shampoo, Spülung, Duschbad, Bodylotion, Gesichtscreme, Rasiercreme, Lippenbalsam, Deodorant und einige weitere Produkte kommen täglich mit unserer Haut in Berührung.
Die meisten dieser Produkte enthalten unnötige Chemikalien mit fragwürdigen Nebenwirkungen. Verrückt, dass wir unserem gesunden Körper freiwillig Chemikalien zuführen, oder? Dabei gibt es fast immer natürliche und biologische Alternativen, die genauso gut und oft sogar besser wirken als die chemischen Industrieprodukte.

Damit wir unserem Köper das bieten, das er verdient, stellen wir hier als eine eine Art Hommage an den Körper folgende Pflegetipps vor, die sich nicht nur schnell umsetzen lassen, sondern auch mit einem Wohlfühlergebnis beeindrucken.


Körperlotion aus nur zwei Zutaten!

Zutaten

  • Ein Pflanzenöl (ideal funktionieren kaltgepresstes Olivenöl oder auch Kokosöl. Beide Öle sind in Bioläden erhältlich und sollten – wenn schon, denn schon – aus biologisch kontrolliertem Anbau stammen. Beim Olivenöl darf gerne darauf geachtet werden, dass das Fläschlein aus Europa kommt
  • Aloe-vera-Gel mit möglichst wenigen Zusätzen – ebenfalls in Bioläden oder Drogerien erhältlich.

Zubereitung

Die Zubereitung kann nicht einfacher sein: Beide Zutaten zu gleichen Mengenanteilen in einen Mixbecher geben und mit dem Rührbesen auf höchster Stufe so lange fein schlagen, bis sich eine gleichmäßige, bis cremige Emulsion gebildet hat. Sie ist selbst ohne Emulgator schon sehr stabil und kann bei Bedarf, wenn sich doch einmal etwas absetzen sollte, durch Schütteln leicht wieder gemischt werden. Mit Kokosöl entsteht übrigens eine Art richtiger Sahne, die sich wunderbar anfühlt und leicht eincremen lässt. Sie behält auch lange ihre sahnige Textur, wenn sie bei etwa 20 Grad (jedoch nicht viel wärmer) aufbewahrt wird. Ab in einen schönen Tiegel füllen und fertig ist die selber hergestellte Körperlotion. Wer einen Geruch in seiner Lotion vermisst, darf natürlich auch Öle nach Gusto der Creme hinzufügen. Hier bieten sich Rosenwasser, Kamille, Lavendel, etc. an.


SOS für raue Köperstellen

Sind manche Hautstellen vor Trockenheit schon rau, oder jucken gar, kommt unser Helfer, das Kokosöl, ins Spiel. Kokosöl ist ein effektiver Feuchtigkeitsspender und wirkt bei rauen Körperstellen wie ein wahres Wunder. Die Handhabung ist einfach: Man kann sich die Haut mit purem Kokosöl eincremen oder aber eine spezielle Kokoslotion selber herstellen:

Zutaten

  • 50 g Kokosfett/Kokosöl (nativ, aus dem Bioladen)
  • 1 TL Bienenwachs
  • 10 Tropfen Orangenöl

Zubereitung

Das Kokosfett und das Bienenwachs unter Rühren im Wasserbad erhitzen. Sind Öl und Fett geschmolzen, nimmt man das Gefäß aus dem Wasserbad und lässt alles abkühlen. Ist die Mischung abgekühlt, träufelt man unter Rühren das Orangenöl hinein und mischt es unter.

Einen besonders guten Effekt hat die Kokos-Bodylotion wenn sie direkt nach dem Duschen oder Baden auf die Haut aufgetragen wird.


Schutz vor Kälte und rissigen Lippen: der etwas andere Lippenbalsam!

Was Biene Maja und Puh, der Bär mögen, kann für uns nicht falsch sein! Honig ist nämlich ein wahres Allheilmittel! Die goldene Flüssigkeit sollte in jedem Haushalt zu finden sein, denn sie wirkt feuchtigkeitsspendend, antibakteriell und entzündungshemmend. Und da die Tage nun immer kälter und somit unsere Lippen immer rauer werden, haben wir hier ein feines Rezept für weiche Lippen:

Zutaten

  • TL Bienenwachs (aus dem Reformhaus)
  • 2 TL Mandelöl
  • 2 TL Honig
  • 5 Tropfen ätherisches Öl für den Geruch (nach Wahl)
  • ein Creme-Döschen zur Aufbewahrung

Zubereitung

Bienenwachs mit dem Mandelöl in ein Gefäß geben und im Wasserbad erhitzen. Ist das Wachs geschmolzen, das Gefäß aus dem Wasserbad herausnehmen. Nun wird der Honig untergerührt und ein paar Tropfen des ätherischen Öls hinzugegeben. Anschließend wird die Mischung vorsichtig in das Creme-Döschen gefüllt. Sobald die Masse erkaltet ist, darf sie auf die Lippen aufgetragen werden.


Haferblues für die Haare

Der nährstoffreiche Hafer ist ein echtes Powerkorn. Bereits der Verzehr von Haferprodukten, wie beispielsweise Haferflocken, stärkt unser Haar, weil unser Körper viel Biotin und Zink aufnimmt. Noch mehr bewirkt eine Haarkur aus Hafer einen fuliminanten Auftritt.

Zutaten

  • 3 EL Haferflocken
  • 3 EL heißes Wasser
  • eine kleine Schüssel

Zubereitung

Das Wasser in einem kleinen Topf oder in einer kleinen Schüssel erhitzen. Dann die Haferflocken in das Wasser geben und für etwa zehn Minuten aufquellen zu lassen. Die weichen Haferflocken mit der Gabel zerdrücken und rühren nochmal alles gut durchrühren. Nach der Haarwäsche wird die Hafermasse ins feuchte Haar einmassiert und fünf Minuten zur Einwirkung im Haar gelassen. Danach kann die Masse mit warmen Wasser gut ausgespült werden.


Kamille, Du altes Heilkraut! Oder – die Handcreme die was kann

Viele von uns verbinden mit dem Duft von Kamille eher krank verbrachte Tage im Bett. Eine versöhnliche Hommage an den Kamillentee wollen wir deshalb gar nicht zum Besten geben, aber: Die Kamille selbst ist ein altbewährtes Kraut, das wirklich was kann! Ob als Tee, Badezusatz oder auch bei Körperpflegeprodukten. Besonders an kalten Tagen sind unsere Hände schnell beansprucht und benötigen zusätzliche Pflege. Deshalb möchten wir Euch hiermit eine großartige Handcreme aus Kamille an die Hand, oder besser, auf die Hand geben:

Zutaten

  • 1 große Handvoll Kamillenblüten
  • 100 ml Mandelöl
  • 10 g Bienenwachs (aus dem Reformhaus)
  • ein Sieb und Stofftuch
  • eine kleine Dose

Zubereitung

Die Kamillenblüten und das Mandelöl im Wasserbad erwärmen,und dann das Gefäß aus dem Wasserbad herausnehmen und erkalten lassen. Nun die Flüssigkeit durch das, mit einem Stofftuch ausgelegte, Sieb gießen. So wird das Kamillenöl herausgefiltert. Nun gibt man zu dem herausgefilterten Konzentrat das Bienenwachs hinzu. Diese Mischung abermals im Wasserbad erwärmen und unter Rühren das Wachs schmelzen lassen. Die Flüssigkeit anschließend in die kleine Dose füllen, abkühlen und fest werden lassen.


Shampoo aus zwei Zutaten!

Das kann jetzt nichts werden, ist hierbei sicherlich der erste Gedanke. Zu leicht! Ausprobieren, sagen wir und legen hier die Zutatenliste ans Herz: Kokosmilch und Bio- Flüssigseife.

Zubereitung

Beides 1:1 in einem Gefäß (am besten in einer leeren Shampooflasche) mischen und für den Geruch noch ein paar Tröpfen Öl (Kokosöl, Olivenöl, Mandelöl, Lavendelöl, etc. nach Wahl hinzufügen. Nicht zu viel, versteht sich!) Nun die Flasche kräfig schütteln und fertig ist das Shampoo.


Duschgel aus eigener Hand

Zutaten

  • 30 – 40 Gramm Naturseife (palmölfreie Seifen) oder Kernseife. Wenn Kernseife verwendet wird, gilt es zu bedenken, dass diese häufig Palmöl enthält. In Bioläden und Onlineshops findet man aber auch palmölfreie Varianten.
  • 400 ml Wasser
  • etwas Pflanzenöl (z.B. Olivenöl, Sesamöl oder Sonnenblumenöl)
  • etwas Verdickungsmittel (z.B. Johannisbrotkernmehl oder einfache Speisestärke).

Zubereitung

Mit einer Küchenraspel oder einem scharfen Messer ein Seifenstück möglichst klein raspeln.
Danach das Wasser in einen Topf füllen und Seifenraspeln hinzugeben. Das Ganze auf dem Herd bei mittlerer Stufe erwärmen. Sobald die Seife anfängt zu schmelzen, mit einem Schneebesen die Lauge gut durchrühren. Erst wenn keine Seifenstücke mehr zu erkennen sind, das Pflanzenöl hinzugeben. Anschließend kann man noch etwas Verdickungsmittel einrühren, bis das Duschgel die richtige Konsistenz erreicht.


Auch wenn es anfangs etwas merkwürdig anmutet, seine Pflegeprodukte selbst herzustellen, so lohnt sich das ganze Prozedere gewiss. Auch wenn sich die Zutatenliste exotisch anhört, so sparen wir uns bei eigener Herstellung auch eine Menge Geld. Und statt synthetischer Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe kommen durch unsere eigene Produktherstellung nur noch natürliche Zutaten auf die Haut!

Und das sind wir unserem Körper, der mit uns im wahrsten Sinne des Wortes 365 Tage im Jahr durch sämtliche Phasen des Alltags geht, doch eigentlich auch schuldig, nicht wahr?

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