Buchtipp: Unser aller Erbe - Kriminal Roman von Torsten Jäger - Grünkauf

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Buchtipp: Unser aller Erbe – Ein Kriminal Roman von Torsten Jäger

Rezension von  Rainer Glas, 16.05.2019

„Die Welt ein Stück weit grüner schreiben“

Die Ausgangssituation kennt man aus vielen Krimis. Kommissar Heinz Kelchbrunner hat Urlaub, denkt also nichts Böses bei Erdarbeiten in seinem Garten, die schweißtreibend, aber ökologisch sinnvoll sind, soll doch ein Teich entstehen. Aber er gräbt nicht nur Erde, sondern auch Knochen aus, Menschenknochen. Der herbeigerufene Rechtsmediziner Kunze, nicht gerade ein Fan des Kommissars, stellt auch sofort fest: „Er ist tot“, was den ersten warmherzigen Dialog zwischen beiden auslöst. Ernster wird es schon, als eine Frau von einem Ast erschlagen wird, der nicht von einem Baum gefallen ist. Also sind Kelchbrunner und seine Kollegin Juvanic auch schon unterwegs, den Fall zu klären. Das Opfer ist eine Isländerin, überdies eine Umweltaktivistin. Auch ein Täter hat sich scheinbar bald gefunden, doch wie immer zu Beginn eines Krimis ist er es nicht. Vielmehr führt eine Spur nach Island, wo ein Staudammprojekt empfindlich in die Natur eingreifen will. Zur Überraschung Kelchbrunners ordnet Bächlein, nicht gerade ein Lieblingsvorgesetzter, eine Dienstreise eben dorthin an, was beim Kommissar auf Zustimmung stößt. Allerdings nehmen ihn die isländischen Kollegen und die Bevölkerung dort eher mit geschlossenen denn offenen Armen auf. Ja, er wird sogar noch deutlich ungemütlicher.

Der Autor versteht sein Handwerk: Solide ausgestaltet ist der Krimi mit allem, was es so braucht: Falsche Fährten, ein bisschen Tragik, sehr viel Komik, Spannung, Cliffhanger, ein klassisches Whodunit, etwas Liebe (die wohl erst im nächsten Roman so richtig wahrnehmbar wird), muntere Dialoge, weniger muntere Verhöre und einen Kommissar, der ein liebenswerter Mensch ist, was sich in einer Nebenhandlung zeigt. Der Krimi liest sich auch leicht dank einer eingängigen Sprache und einer überzeugenden Personendarstellung. Kein großes Kunstwerk, eher sehr geglücktes Kunsthandwerk! (Ganz versteckt sei angemerkt, dass die Wörter „scheinbar“ und „anscheinend“ sehr unterschiedliche Aussagen beinhalten, was, wenn nicht dem Autor, so doch dem Lektor auffallen sollte.)

Mit dieser Beschreibung des Romans wird man aber dem Autor nicht gerecht, der sich „Grünschreiber“ nennt oder auch „Umweltkrimiautor“. „Die Welt ein Stück weit grüner schreiben, anstatt sie den Schwarzmalern zu überlassen“, ist das Motto dieses Umweltaktivisten. Dass er weder verbohrt ist, noch mit erhobenem Zeigefinger schlechtes Gewissen erzeugen will, spricht für ihn. Er vertraut auf die muntere Art, die seine (bisher zwei) Kriminalromane prägt, und hofft wohl, dass seine Botschaften, in Krimis gehüllt, mehr Effekt erzielen.

Vermutlich wird der Autor in der Leserschaft auf zwei unterschiedliche Gruppen treffen: Die einen stört möglicherweise der ökopädagogische Zeigestab, während die anderen monieren, dass der Naturgedanke im Roman allzu unterschwellig behandelt wird. Dies kann der Autor als Kompliment verbuchen, ist er doch weder in die eine noch in die andere Falle gegangen. Weder hat der Krimifreund wegen der ständigen Öko-Imperative den Krimi längst zur Seite gelegt, noch ist der Ökogedanke dem Krimi geopfert worden. Eine geglückte Mischung, die hoffentlich viele Leser findet und sensibilisiert.

Hier können Sie das Buch kaufen:
shop.autorenwelt.de/products/unser-aller-erbe-kriminalroman-von-torsten-jager
Preis in EUR: 12,80
Auch als EPUB (€ 4.99) erhältlich

Natürlich findet man es auch beim Buchhändler des Vertrauens und in den bekannten Online-Shops.

Blog des Autors: gruenschreiber.wordpress.com

Informationen zum Buch
Autor: Jäger, Torsten
Titel: Unser aller Erbe
ISBN: 978-3-898-41931-4
Verlag: Schardt Verlag
Verlagsort: Oldenburg
Jahr: 2017

 

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