Carsharing Archive - Grünkauf

Nachhaltige Mobilität – umdenken lohnt sich

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Stellen Sie sich vor, man nähme Ihnen für ein Jahr Ihr Auto weg.

Wie viel früher müssten Sie aufstehen, um pünktlich bei Ihrer Arbeit zu erscheinen? Würden Sie immer noch die gleichen Supermärkte aufsuchen, die selben Freundschaften in Distanz pflegen, Ihre Kinder weiterhin in den Fußballverein am anderen Ende der Stadt bringen, oder ihr Leergut so lange sammeln bis es sich lohnt es wegzubringen?

Mobilität ist in unserer globalisierten Welt zum Ausdruck von Unabhängigkeit, Wohlstand und Selbstbestimmung geworden. Und der Bedarf wird weiter steigen. Ob berufliches Pendeln, Schulwege, Arztbesuche, Shopping und Freizeitaktivitäten, Urlaubs- und Geschäftsreisen, wir sind immer und überall unterwegs, zu mehr Orten als je zuvor.

Ein Großteil dieser Mobilitätsleistung geht auf das Auto zurück. Rund um den Globus rollen weit mehr als eine Milliarde Autos. Ein Blick auf den weltweiten Kraftfahrzeugbestand zeigt einen Anstieg um 35% in den Jahren 2000 bis 2010. Auch in absehbarer Zeit wird das Auto das Fortbewegungsmittel Nummer Eins sein.

Unabhängigkeit auf Kosten der Umwelt?

Bei all der Unabhängigkeit, die uns ein Auto schenkt, sind aber auch die negativen Auswirkungen nicht mehr wegzudiskutieren. Luftverschmutzung, Lärmbelastung, Treibhausgasemissionen und der Verbrauch wertvoller Ressourcen sind mittlerweile nicht nur Nebenwirkungen unserer Mobilitätsleidenschaft, sondern ernstzunehmende Probleme, die bedrohliche Auswirkungen auf uns und unseren Planeten haben.

Auch der persönliche Druck, den der Besitz eines Autos mit sich bringt, ist bei dem ein oder anderen erheblich: viele Menschen würden gerne auf die laufenden, hohen Kosten ihres Autos verzichten, können es aber nicht, weil sie für ihre Arbeit und vielleicht auch für ihre Familie und dem damit verbundenen Alltag mobil bleiben müssen. Andere möchten ihr Auto gerne aus umweltbedingten Gründen loswerden, sind aber darauf angewiesen, da sie außerhalb der Stadt wohnen.

Wie also ist es möglich, nachhaltig zu leben, ohne sich selbst zu sehr einzuschränken?

Ich, Du und wir alle!

Vor dem Hintergrund aller Negativfolgen ist es dringend notwendig, den weiter wachsenden Drang nach Mobilität auf eine möglichst nachhaltige und umweltschonende Basis zu stellen. Die Experten sind sich einig, dass eine Veränderung der Mobilität –  vor allem aber – eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs zum Ziel haben muss.

Neben gesetzlichen Maßnahmen und technologischen Entwicklungen ist auch eine Veränderung des Verhaltens der Menschen in ihren alltäglichen Entscheidungen gefordert. Was also können wir tun, um die Entwicklungen positiv zu beeinflussen und unsere Umwelt zu schonen?

Carsharing – Bilden von Fahrgemeischaften: Das Prinzip, sich mit mehreren Personen ein Auto zu teilen, ermöglicht die Vorteile eines Autos zu nutzen, aber die damit verbundenen Nachteile auf ein Minimum zu reduzieren. Zu den bekanntesten Carsharing Portalen zählen z.B: book-n-drive, cambio, car2go, driveNow, Flinkster oder stadtmobil. Aber auch auf dem privaten Sektor gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich ein Auto zu leihen, bzw. sein eigenes zu verleihen. Dazu gehören z.B. drivy, tamyca oder CarUnity.

Fahrrad, E-Bike oder Lastenrad: Dieses Verkersmittel ist für Kurzstrecken nachweislich das schnellste Verkehrsmittel. Trotzdem werden 40 % dieser Strecken mit dem PKW zurückgelegt, was vermutlich daran liegt, dass mit dem Auto mehr transportiert werden kann. Doch auch hier kann Abhilfe geschaffen werden. So können z.B. Anhänger, Körbe oder sogar spezielle Lastenäder zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang bieten auch E-Bikes eine lohnende Alternative.

Öffentliche Verkehrsmittel: Für alle deren Zuhause zentral genug liegt, ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ebenfalls eine umweltschonende Möglichkeit zum Ziel zu gelangen. Längere Wege zu Haltestellen lassen sich bestens mit Klapprädern oder kleinen Tretrollern überbrücken.

Doch so attraktiv und alltagstauglich die Auto-Alternativen auch sind: die Macht der Gewohnheit spielt dabei die entscheidende Rolle. Deshalb ist der wichtigste Schritt das Umdenken und noch bewusster mit dem Thema “Fortbewegung” umzugehen. Hinterfragen Sie sich immer wieder aufs Neue ob es nicht vielleicht doch ausreicht, sich auf den Fahrradsattel zu schwingen oder mit der Nachbarin gemeinsam in die Stadt zu fahren.

Daher unser Appell an Sie: Bewegen Sie sich bewusst in eine gesunde Zukunft.

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