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Detox auf allen Ebenen – 7 wohltuende Ideen für Körper, Geist und Seele

Kaum hat das neue Jahr begonnen ist es auch schon wieder vorbei mit den guten Vorsätzen. Der Alltag hat uns wieder fest im Griff und die Pläne, unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken sind in weite Ferne gerückt.

Doch bevor wir den Verdrängungstechniken den Vortritt lassen und wieder in alte Muster rutschen, haben wir hier 7 wirkungsvolle und einfache Detox-Techniken zusammengetragen, die es einem leicht machen, wieder zurück zu uns zu finden und beschwingt in das Frühjahr zu starten.

Detox Photo: prostooleh – de.freepik.com

 

1. Digital Detox

Laut Untersuchungen entsperrt der durchschnittliche Nutzer sein Smartphone pro Tag rund 80 Mal – also ungefähr alle zwölf Minuten, wenn man von acht Stunden Schlaf ausgeht. Dabei führt er etwa 2600 Tätigkeiten auf dem Gerät durch. Jeder Blick aufs Handy, beschert uns außerdem ein Potpourri von Strahlungen,  Reizüberflutung, und Gedankenkarussells. Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, sich wieder auf das Gegenwärtige zu konzentrieren. Hier ein paar wirkungsvolle Vorschläge, sich diesem Druck zu entziehen:

  • Wecker kaufen, der einfach nur weckt. (Dadurch fällt die Gelegenheit weg, vor dem Schlafengehen doch nochmal „kurz“ einen Blick auf die zahlreichen installierten Apps zu riskieren.)
  • Armbanduhr zulegen – ist effektiver und fokussierter als der Blick aufs Handy. Ablenkung durch Benachrichtigungen von Facebook und Co wird vermieden.
  • Feste Zeiten fürs Handy einplanen, die einem ohne schlechtes Gewissen gestatten, sich zu 100% damit zu beschäftigen. Dies allerdings nicht direkt vor dem Zubettgehen.
  • Push – Nachrichten deaktivieren.
  • Nicht sofort auf alle Anfragen reagieren. 57 Prozent der Smartphone-Nutzer von Freunden und Familie erwarten laut einer Studie, dass auf Nachrichten eine sofortige Reaktion bzw. eine Antwort innerhalb weniger Minuten erfolgt. Diesem Druck nicht länger hingeben und Nachrichten einfach mal nicht gleich beantworten. Somit ist die Reaktion viel überlegter und umgestresst verfasst.
  • Smartphone – freie Zeiten einlegen. Gerade, wenn man sich mit Freunden trifft, mit den Kindern spielt oder auch mal öffentlich fährt: denn es lohnt sich durchaus einen Blick auf seine Umwelt zu riskieren.
  • Das Handy einfach mal zuhause lassen denn die Welt dreht sich auch ohne weiter. Bei einer Umfrage der LMU München gaben 85 Prozent der Nutzer an, ihr Smartphone immer griffbereit zu haben. Etwa ein Viertel trage es nahezu rund um die Uhr am Körper. Wer dann plötzlich ohne Gerät zum Supermarkt oder ins Restaurant geht, fühlt sich erst einmal nackt. Die beruhigende Nachricht aber: Wir gewöhnen uns an diesen Zustand und bemerken schon nach kurzer Zeit, wie entspannt dieser Zustand ohne Handy ist.

 

2. Detox für den Körper

Detox bedeutet Entgiftung. Hierbei liegt der Gedanke zugrunde, dass Schadstoffe und Gifte, die wir über die Nahrung und unsere Umgebung aufnehmen (Bsp: Abgase) , in unserem Körper gebunden und ausgeschieden werden sollen. Wer es ganz richtig machen möchte, beginnt seine Detox-Kur mit einer Darmentleerung. Dann folgen Safttage, an denen neben viel Wasser und Kräutertee nur Obst- und Gemüsesäfte getrunken werden. So sollen Stoffwechsel und Verdauung angeregt werden. In den folgenden Tagen wird zu einer ballaststoffreichen Ernährung geraten, die ausschließlich aus Obst und Gemüse oder Rohkostsäften besteht. Wie beim klassischen Fasten werden feste Lebensmittel erst wieder langsam zugeführt. Eine Detox-Kur kann durch Anwendungen wie Massagen und Bäder begleitet werden. Auch Sauna, Yoga und lange Spaziergänge an der frischen Luft sollen die entgiftende Wirkung verstärken. Feste Vorgaben für die Dauer und Häufigkeit von Detox-Kuren gibt es nicht. Manche Personen führen regelmäßig einen Detox-Tag pro Woche durch, andere planen jährlich eine oder zwei Wochen als Kur ein.

Wem das zu aufwendig ist, tut seinem Körper auch etwas Gutes, wenn er 1 – 2 mal die Woche auf die Bremse tritt: Tees oder Frische Gemüsesäfte statt die zuckerhaltige Limonade, frisches Gemüse und Obst statt den zuckerhaltigen Schokoriegel und wer dann noch den Alkohol am Abend weg lässt, ist auf dem richtigen Weg, seinem Körper eine Pause von ungesundem Essverhalten zu gönnen. Wer dann auch noch an diesen Tagen Sport oder Yoga macht, wird ganz sicher mit viel neuer Energie belohnt.

 

3. Frische Luft für gute Stimmung

Hundebesitzer wissen wovon hier die Rede ist. Denn ihnen bleibt schlicht nichts anderes übrig als bei jeder Wetterlage das heimische Sofa zu verlassen. Und die meisten von Ihnen wissen es auch aus gutem Grund zu schätzen. Man muss sich jedoch nicht gleich einen Hund zulegen um sich die tägliche Dosis “gute Laune” abzuholen. Einzig allein der Wille ist hier der Schlüssel zum Wohlgefühl: Beim Spaziergang schlägt das Herz messbar langsamer, der Blutdruck fällt und die Muskeln entspannen sich. Stress und Erschöpfung fallen von uns ab und die positiven Gefühle rücken in den Vordergrund. Um dieses Ergebnis zu erzielen, reichen sogar schon fünf Minuten Bewegung im Wald. Das haben Forscher der University of Essex in einer Studie herausgefunden. Der Analyse zufolge steigern Waldspaziergänge das Selbstwertgefühl, heben die Stimmung und bauen Stress ab. Diese Wirkung soll sich sogar noch verstärken, wenn auf dem Weg ein See liegt oder ein Bach dahinplätschert. Stimmung und Selbstwertgefühl sind zentrale Indikatoren für unsere physische und psychische Gesundheit. Immerhin beeinflussen sie unsere Fähigkeit, mit stressigen Situationen umzugehen. Und liefern uns ein momentanes Glücksgefühl.

Übrigens: Laut einer Studie am Zentrum für Gesundheit genügen rund 3000 Schritte täglich, um das Risiko für Arterienverkalkung zu reduzieren – und damit auch die Gefahr für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bewegung ist so einfach und macht auch Spaß: Zwischen 80 – 150 Euro kosten die Roller, die wir in der Kindheit fuhren und auch heute kommt man damit schnell ans Ziel! Auch zuhause kann man kreativ werden und aus jedem Bücken eine Kniebeuge zaubern.

Gönnen wir unserem Körper jeden Tag ein bisschen Bewegung an der frischen Luft, dankt es uns mit einem guten Immunsystem, mehr Kraft und unbezahlbarer Zufriedenheit!

 

4. Unternehmung für den Geist

Das Sofa ist immer ein patenter Freund, wenn es darum geht den Körper zu entspannen, unser Geist hingegen ist da etwas anspruchsvoller. Er benötigt neue Impulse und kreative Abwechslung, um sich zu entspannen und Freude zu empfinden. Einfach mal ausprobieren:

  • Eine coole neue Ausstellung besuchen.
  • Im Fotoautomaten witzige Bildchen machen.
  • In der Sauna durchwärmen und entspannen.
  • Ein Konzert besuchen.
  • Sich für eine schöne Weinprobe in der Stadt anmelden.
  • Im Planetarium in die Sterne gucken und staunen.
  • In einer Trampolinhalle hüpfen, bis der Arzt kommt.
  • Sich eine Massage gönnen.
  • Mit vereinter Kraft durch die Kletterhalle hangeln.
  • Die Sneak Preview im Kino besuchen.
  • Bei Freunden einen Rollenspielabend veranstalten.

 

5. Detox für’s Zuhause

Wir alle kennen es. Wir räumen etwas in die Schublade und denken dabei: Oh, da könnte ich auch mal wieder ausmisten! Und als ob man es beschworen hätte, so tauchen im inneren Auge sofort die anderen Zimmer, Winkel und Schubladen auf, in denen man ja schon längst mal aufräumen wollte. Und wie geht es weiter? Richtig wirkt der Berg des Erledigens zu groß, verschieben wir es lieber.
Dabei ist es gar nicht so schwer! Einfach am Wochenende nur einen Winkel, eine Schublade oder nur ein Zimmer vornehmen, denn Aufräumen in Etappen motiviert nicht nur, sondern erzeugt auch den Drang, weiter zu machen. Und wenn man sich feste Zeiten zum Aufräumen setzt, gerät man auch nicht in Stress. Beim Aufräumen selbst ist ebenso Planung im Voraus geboten: Alles, was man nicht braucht, kommt weg. Denn ausmisten schafft nicht nur räumlich, sondern auch im Herzen mehr Platz.

 

6. Tief durchatmen

Das Kind trödelt, die Bahn verpasst, der Autofahrer vor einem zu langsam und die Stadt restlos überfüllt. Der Chef schlecht gelaunt, der Arbeitsauftrag eilt und Ärger mit dem Partner obendrein. Der Stress im Leben ist oft unvermeidbar, doch die Art, wie wir ihm begegnen ist wählbar. In Stresssituationen atmen wir oft sehr flach und nutzen somit längst nicht unser gesamtes Lungenvolumen. Dabei heißt es nicht umsonst: „Einfach mal tief einatmen!“. Atemübungen sind äußerst effektiv und trotzdem leicht umsetzbar. Bewusstes Atmen steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit.

Unsere natürliche Bauchatmung fließt tief in den Bauch hinein. Viele Menschen atmen unbewusst nicht tief genug. Trägt man beispielsweise zu enge Kleidung oder zieht man oft den Bauch ein, wird die flache Atmung schnell zur Gewohnheit: Man atmet in die Brust statt in den Bauch. Dauerhaftes, flaches Atmen kann dem Zellstoffwechsel und der Konzentrationsfähigkeit schaden. Gerade auch bei Stress ist es wichtig, richtig zu atmen, denn die richtige Atmung sorgt für Stressabbau. Hierbei hilft folgende 4-6-8 Atem – Übung, die man im Sitzen, aber auch im Stehen durchführen kann:

 

Atemübung 1

1. Atme durch die Nase ein und zähle langsam bis vier.
2. Halte die Luft an und zähle bis sechs.
3. Atme aus und zähle dabei langsam bis acht.

Diese Übung kann man durchaus fünfmal wiederholen. Unser Atem wird ruhig und tief. Wenn wir langsamer atmen, sinkt der Blutdruck und unser Körper schaltet um auf Erholung. Auch die sogenannte Stoßatmung ist von großer Bedeutung: Gerade bei Angst und Angespanntheit flacht unser Atem ab. Weniger Sauerstoff gelangt in unseren Körper und die Muskelanspannung steigt: Wir spüren eine körperliche Unruhe. Sind wir also angespannt, nervös oder ängstlich kann uns diese Atemtechnik dabei helfen:

 

Atemübung 2

1. Setze dich hin und lege eine Hand auf den Bauch, die andere auf die Brust.
2. Atme entspannt ein und zähle dabei bis fünf.
3. Atme dann fünfmal hintereinander stoßartig durch den Mund wieder aus.

Auch diese Atemtechnik ist fünfmal hintereinander durchführbar und führt dazu, dass wir den Ärger oder die Angst förmlich wegatmen!

Bewusstes Atmen fördert nicht nur Entspannung und Konzentration, sondern auch die Achtsamkeit! Und wer, wenn nicht wir, sind dafür verantwortlich, auf uns selbst zu achten!

 

7. Richtig schlafen

Trotz bleierner Müdigkeit lässt es uns einfach nicht einschlafen – das Gedankenkarussell! Es dreht unermüdlich seine Runden und hält uns damit nicht nur wach, sondern füttert uns auch mit einer ganzen Palette von nachtaktiven Emotionen: Wut, Trauer, Melancholie, Nachdenklichkeit und Besorgnis. Dabei können wir bereits schon vor dem Zubettgehen dafür sorgen, den Übertritt in die Traumwelt müheloser zu schaffen:

  • Etwa zwei Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen sollte man aufregende oder geistig anstrengende Aktivitäten meiden.
  • Man sollte immer versuchen, zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen! Das Hören von entspannender Musik, eine leichte Lektüre oder eine gute Tasse Tee hilft zur Ruhe zu kommen. Achtung, nicht jedes Buch eignet sich als Bettlektüre, nicht jeder Tee als beruhigender Schlaftee!
  • Ein schönes Gespräch mit dem Partner, das Spielen mit den Kindern, ein kurzer Abendspaziergang, Atem- oder Yogaübungen und leichte Gymnastik sind weitere geeignete Möglichkeiten, den Tag ausklingen zu lassen und sich auf die Nacht vorzubereiten.
  • Beruhigende Wirkung kann auch das regelmäßige Schreiben eines Tagebuches vor dem Schlafengehen haben. Dadurch werden die Gedanken geordnet und aus dem Kopf auf das Papier gebracht. So wird der Kopf frei für den Schlaf!
  • Zur „rechten“ Zeit ins Bett gehen! Geht man zu früh, wartet das Gedankenkarussell und wenn man den „toten“ Punkt überwunden hat, ist man meist wieder hellwach.
  • Auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten und versuchen, jeden Morgen zur gleichen Zeit aufzustehen.
  • Das Abendessen sollte leicht ausfallen, also keine Kohlenhydrate oder schwer verdauliche Stoffe (wie Rohkost oder Salat) beinhalten. Auch der Magen sollte sich in der Nacht ausruhen können.
  • Alkohol und Nikotin sollten vor dem Einschlafen tabu sein. Alkohol kann rasch zur Gewohnheit und Sucht werden. Außerdem wird der Schlaf unter Alkoholeinwirkung unruhiger und flacher, sodass die Leistungsfähigkeit untertags darunter leidet.

Jetzt liegt es nur noch an uns, den ersten Schritt zu machen. Wie wäre es also, heute die Treppen zu nehmen, anstelle des Aufzugs? Schon mal ein Anfang. Und zwar ein ganz einfacher in die richtige Richtung!

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Mit regionalem Gemüse gesund durch den Winter

Da will man sich von regionalen Lebensmittel ernähren und dann kommt einem der Winter in die Quere! Aber halt! Spulen wir erstmal zurück an den Anfang!

WintergemüsePhoto: photosforyou / Pixabay

Regionale Lebensmittel: keine langen Transportwege und die Unterstützung der hiesigen Bauern – genau darauf legen immer mehr Leute Wert. Wer einmal den Entschluss dazu gefasst hat, die Produkte aus regionalen Quellen zu beziehen, bekommt das mit aromatischeren, weil qualitativeren Produkten gedankt. Gerade im Sommer werden wir von süßen Erdbeeren, saftigen Kirschen, aromatischen Äpfel und Birnen und vielem mehr von Feldern und Bäumen verwöhnt. Auch der Herbst tischt mit herrlich, formschönen Kürbissen und Kastanien auf. Und im Winter, ja im Winter…! Und plötzlich fühlen wir uns mit unserem Erstreben, uns regional zu ernähren etwas überfordert. Nichts am Baum, nichts auf dem Feld. Eine wahrliche Herausfoderung! Falsch!

Der Winter von seiner kulinarischen Seite

Die Natur und die Tiere machen es uns vor. Winter bedeutet, Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Die Bäume verlieren ihre Blätter, viele Tiere halten einen Winterschlaf. Da ein Winterschlaf bei unseren Mitmenschen und bei unseren Chefs nicht ganz so gut ankäme, ist es umso wichtiger, unseren Kälte und Dunkelheit geplagten Körper von innen heraus zu wärmen. Neben wohltuenden Tees bietet uns der Winter Butterrüben, Grün – und Rosenkohl, Topinambur, Champignons, Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch und Rotkohl und das sind nur einige illustre Vertreter der winterlichen Lebensmittel. Der Grünkohl mag zwar auf den ersten Blick eher zu einem verzogenen Gesicht führen, aber dieser lustige Geselle liefert uns Vitamin C, Vitamin E, Kalium und Magnesium. Außerdem enthält keine andere Kohlsorte so viel Eiweiß. Vielleicht sollte man ihm also doch mal eine Chance auf dem Teller geben.

Auch Pilze, wie zum Beispiel, Champignons, Steinpilze oder auch Pfifferlinge gesellen sich gerne dazu. Und sie stoßen mit einem besonderen Geschenk an unsere Gesundheit in die Runde: Pilze liefern nämlich das für uns in dieser Jahreszeit so wichtige Vitamin D, dass gerade für unsere Knoch und unseren Muskelaufbau wichtig ist. Mithilfe des Sonnenlichts kann der Mensch dieses Vitamin selbst produzieren. Fehlt Die Sonne, muss der Mensch mit Aufnahme bestimmter Speisen – wie beispielsweise erwähnte Pilze – dafür sorgen, dass sein Vitamin D – Bedarf gesichert ist. Wer gerne Ei ist, kommt bei dem Verzehr von Eiern auf seine Kosten, denn auch hier befindet sich im Eigelb Vitamin D.

Auch die Salat – Fanatiker können weiter zuschlagen: Chicorée, Feldsalat und Portulak sind wahre Nährstoffbomben und liefern mit der Aufnahme frei Haus noch: Calcium, Magnesium, Eisen, Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin C und noch vieles mehr. Da erblassen andere Salate vor Neid!

Um die Obstvielfalt ist es hingegen etwas rarer bestellt und das ist wohl eine kleiner Wehrmutstropfen für alle Obstfans im Winter. Wer im Winter neben Äpfel und Birnen mehr Abwechslung möchte, der muss leider auf Importware zurückgreifen. Dabei bitte immer darauf achten, dass die gwünschte Ware auch fair angebaut und produziert wurde. Daten darüber und Fakten über saisonale Lebensmittel erhält man im Internet über sogenannte Saisonkalender.

Drum prüfe, wer sich dem Regionalen verschreibt

Bei allem guten Bestreben, sich von regionalen Lebensmittel zu ernähren, so sollte einem jedem bewusst sein: „regional“ bedeutet nicht immer, dass die Ware de facto aus dem direkten Umfeld stammt. Gerade auf den Milchverpackungen liest man immer wieder gerne das Wort „ regional“. Die Crux: Jeder Produzent oder Händler darf hier großzügig die Bezeichnung „ regional“ verwenden. Heißt: Die in München guten Gewissens gekaufte Milch stammt eben nicht aus der unmittelbaren Region, sondern vielleicht aus Nordeutschland. Es gibt keine gesetzliche Definition für das Wort „ regional“.

Bei frischem Obst und Gemüse sowie unverarbeitetem und vorverpacktem Fleisch muss das Ursprungsland auf Schildern oder auf der Verpackung genannt werden. Verbraucher können hier den letzten Verarbeitungsort ablesen. Das Bundesland ist mit einem Kürzel angegeben und der Betrieb verbirgt sich hinter einem Code. Im Internet kann man den Betrieb in einer Datenbank finden. Es ist immer wieder aufschlussreich und überraschend, aus welcher Stadt das gekaufte Produkt stammt. Ebenso sollte man nicht zögern, seinen Lebensmittelhändler zu fragen, woher die verkauften Produkte stammen und welche Kriterien für die als „regional“ angepriesenen Lebensmittel gelten.

Regional einkaufen bedeutet zwar saisonal einzukaufen, dennoch gibt es bestimmte Gemüsesorten, die quasi nicht in Deutschland angebaut werden, wie zum Beispiel die Paprika. Für uns überraschend, da wir uns daran gewöhnt haben, dass alle Sorten an Obst und Gemüse ganzjährig verfügbar sind – nicht nur zur heimischen Haupterntezeit. Die erschreckende Konsequenz: Inzwischen werden über 60 Prozent des Gemüses und 80 Prozent des Obstes (Zitrusfrüchte nicht mit einberechnet) nach Deutschland importiert. Diese ständige Verfügbarkeit bedeutet einen äußerst hohen Energieaufwand für weite Transportwege, Treibhäuser oder gekühlte Lagerstätten – für unser Klima und unsere Umwelt eine Katastrophe! Um diesen Teufelskreis zu stoppen, sollte auf Flugware ( Bsp. Exotische Früchte) defintiv verzichtet werden.

Saisonal einkaufen – aus Liebe zur Umwelt

Saisonal einzukaufen ist folglich der beste Weg etwas Gutes zu tun. Und das sind wir unserem Körper, unserer Gesundheit und unserer Umwelt doch letztlich auch schuldig.

Einen Saisonkalender für heimisches Obst, Salat und Gemüse gibt hier: NABU-Saisonkalender

Rezeptvorschlag für Geist und Seele: Gemüsepfanne mit Kartoffel-Kräuterpüree

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Alle Infos rund um ein nachhaltiges Leben

Schritt für Schritt bewusster Leben: ohne Fleisch geht’s auch

Nachhaltigkeit im Alltag

Für alle, die mit dem Thema Nachhaltigkeit noch nicht bis in die tiefsten Poren vertraut sind, haben wir uns ein paar Themen überlegt, mit denen wir Sie Schritt für Schritt dabei unterstützen wollen bewusster zu konsumieren und Ihre Lebensweise nachhaltiger zu gestalten.

Jeden Monat werden wir Ihnen ein neues (und für alle erreichbares) Nachhaltigkeitsziel vorschlagen und Sie auf diese Weise mit vielen interessanten Fakten und Zusammenhängen zu den unterschiedlichen Themen begleiten.

Unser Ziel des Monats: Nur 1x pro Woche Fleisch essen!

Zugegeben, gar kein Fleisch essen ist noch wirkungsvoller. Aber für diejenigen die doch nicht ganz darauf verzichten möchten, wollen wir zumindest mit ein paar Details dazu ermuntern den Fleischkonsum zumindest auf ein Minimum zu reduzieren.

Denn kein anderer Sektor trägt so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, der Rodung von Wäldern und der Zerstörung unseres Klimas, der Gefährdung unserer Gesundheitssysteme und zum Leid der Tiere bei wie die industrielle Fleischproduktion. Mit drastischen Folgen.

Nach Branchenzahlen haben die Deutschen 2016 pro Kopf durchschnittlich 59 Kilogramm Fleisch gegessen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens die halbe Menge. Anders sind nicht nur die Klimaziele sondern auch höherer Tier- und Naturschutz nicht erreichbar. Warum? Weil zu viel Fleisch ungesund ist und uns und der Umwelt teuer zu stehen kommt. Eine nachhaltige Fleischproduktion kann es nur geben, wenn sich der Konsum verringert, hier in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern auf der Welt.

Quelle: albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/1-kg-rindfleisch

Viel Aufwand für ein Kilo Fleisch

Die Produktion von Fleisch ist teuer. Eine Kuh muss rund zehn Kilo Soja futtern, um ein Kilo Fleisch anzusetzen. Knapp die Hälfte des weltweit angebauten Getreides landet in den Mägen von Schweinen, Hühnern oder Rindern. Nach Angaben der FAO werden etwa 80 Prozent des Agrarlandes für Viehhaltung verwendet. In einigen Ländern ist dadurch die Artenvielfalt der Pflanzen bedroht: In Südamerika sind in den letzten 40 Jahren fast 20 Prozent des Regenwaldes im Amazonasgebiet gerodet worden. Stattdessen wachsen auf vielen Flächen nun Sojapflanzen – auch, um die dortigen Viehherden mit Futter zu versorgen. Gleichzeitig sieht die FAO in den Viehherden einen der Mitverursacher des Klimawandels. Rund 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase stammen aus der Tierhaltung. Daneben wird bei der Produktion viel Wasser verbraucht: Auf ein Kilo Schweinefleisch kommen 14.000 Liter.

Setzen Sie ein Zeichen

Der Veggie-Trend ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das bestätigt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit aktuellen Zahlen. Während mehr Obst, Gemüse und alkoholfreie Getränke gekauft werden, geht der Absatz von Fleisch und Wurst um 1,4 Prozent zurück, berichtet die Wirtschaftswoche. Und doch boomt die Fleischproduktion hierzulande. Das Statistische Bundesamt vermutet, dass in Folge des geringen Milchpreises mehr Kühe und Rinder geschlachtet wurden. Aber auch der Fleischhunger im Ausland lässt deutsche Schlachthöfe mehr produzieren: In den vergangenen Jahren hat sich der deutsche Fleischexport mehr als verdoppelt.

Darum: fangen Sie heute noch an:

  • Verringern sie im ersten Schritt ihren Fleischkonsum und bauen Sie fleischfreie Tage in die Essensplanung ein.
  • Verzichten Sie dann die Woche über auf den Konsum von Fleisch und gönnen sich am Wochenende ein Steak aus nachhaltiger Produktion oder Fisch aus nachhaltiger Fischerei.
  • Tipp: Orientieren Sie sich beispielsweise an der italienischen Küche: sie ist reich an leckeren pflanzlichen Rezepten.
  • Wenn schon Fleisch, dann bitte Bio! Damit leisten Sie persönlich einen Beitrag zu einer artgerechteren Nutztierhaltung.
  • Die Angst vor Eiweißmangel ist völlig unbegründet – eine gesunde, ausgewogene Ernährung vorausgesetzt. Auch Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte sind hochwertige Eiweißquellen.
  • Wenn Sie den Fleischgeschmack vermissen, dann versuchen Sie kräftig gewürzte Speisen wie Curry. Auch Nudeln mit Soja-­Bolognese-Sauce oder Geschnetzeltes mit Seitan können helfen, den Fleischhunger zu überlisten.
  • Nehmen Sie Kontakt zu Gleischgesinnten auf: das Internet bietet hier ein breites Angebot an Communities. Besuchen Sie vegetarische oder vegane Kochkurse oder Messen.

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