nachhaltige Ernährung Archive - Grünkauf

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Mit regionalen Lebensmitteln gesund durch den Winter

Da will man sich von regionalen Lebensmittel ernähren und dann kommt einem der Winter in die Quere! Aber halt! Spulen wir erstmal zurück an den Anfang!

Regionale Lebensmittel: keine langen Transportwege und die Unterstützung der hiesigen Bauern – genau darauf legen immer mehr Leute Wert. Wer einmal den Entschluss dazu gefasst hat, die Produkte aus regionalen Quellen zu beziehen, bekommt das mit aromatischeren, weil qualitativeren Produkten gedankt. Gerade im Sommer werden wir von süßen Erdbeeren, saftigen Kirschen, aromatischen Äpfel und Birnen und vielem mehr von Feldern und Bäumen verwöhnt. Auch der Herbst tischt mit herrlich, formschönen Kürbissen und Kastanien auf. Und im Winter, ja im Winter…! Und plötzlich fühlen wir uns mit unserem Erstreben, uns regional zu ernähren etwas überfordert. Nichts am Baum, nichts auf dem Feld. Eine wahrliche Herausfoderung! Falsch!

Der Winter von seiner kulinarischen Seite

Die Natur und die Tiere machen es uns vor. Winter bedeutet, Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Die Bäume verlieren ihre Blätter, viele Tiere halten einen Winterschlaf. Da ein Winterschlaf bei unseren Mitmenschen und bei unseren Chefs nicht ganz so gut ankäme, ist es umso wichtiger, unseren Kälte und Dunkelheit geplagten Körper von innen heraus zu wärmen. Neben wohltuenden Tees bietet uns der Winter Butterrüben, Grün – und Rosenkohl, Topinambur, Champignons, Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch und Rotkohl und das sind nur einige illustre Vertreter der winterlichen Lebensmittel. Der Grünkohl mag zwar auf den ersten Blick eher zu einem verzogenen Gesicht führen, aber dieser lustige Geselle liefert uns Vitamin C, Vitamin E, Kalium und Magnesium. Außerdem enthält keine andere Kohlsorte so viel Eiweiß. Vielleicht sollte man ihm also doch mal eine Chance auf dem Teller geben.

Auch Pilze, wie zum Beispiel, Champignons, Steinpilze oder auch Pfifferlinge gesellen sich gerne dazu. Und sie stoßen mit einem besonderen Geschenk an unsere Gesundheit in die Runde: Pilze liefern nämlich das für uns in dieser Jahreszeit so wichtige Vitamin D, dass gerade für unsere Knoch und unseren Muskelaufbau wichtig ist. Mithilfe des Sonnenlichts kann der Mensch dieses Vitamin selbst produzieren. Fehlt Die Sonne, muss der Mensch mit Aufnahme bestimmter Speisen – wie beispielsweise erwähnte Pilze – dafür sorgen, dass sein Vitamin D – Bedarf gesichert ist. Wer gerne Ei ist, kommt bei dem Verzehr von Eiern auf seine Kosten, denn auch hier befindet sich im Eigelb Vitamin D.

Auch die Salat – Fanatiker können weiter zuschlagen: Chicorée, Feldsalat und Portulak sind wahre Nährstoffbomben und liefern mit der Aufnahme frei Haus noch: Calcium, Magnesium, Eisen, Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin C und noch vieles mehr. Da erblassen andere Salate vor Neid!

Um die Obstvielfalt ist es hingegen etwas rarer bestellt und das ist wohl eine kleiner Wehrmutstropfen für alle Obstfans im Winter. Wer im Winter neben Äpfel und Birnen mehr Abwechslung möchte, der muss leider auf Importware zurückgreifen. Dabei bitte immer darauf achten, dass die gwünschte Ware auch fair angebaut und produziert wurde. Daten darüber und Fakten über saisonale Lebensmittel erhält man im Internet über sogenannte Saisonkalender.

Drum prüfe, wer sich dem Regionalen verschreibt

Bei allem guten Bestreben, sich von regionalen Lebensmittel zu ernähren, so sollte einem jedem bewusst sein: „regional“ bedeutet nicht immer, dass die Ware de facto aus dem direkten Umfeld stammt. Gerade auf den Milchverpackungen liest man immer wieder gerne das Wort „ regional“. Die Crux: Jeder Produzent oder Händler darf hier großzügig die Bezeichnung „ regional“ verwenden. Heißt: Die in München guten Gewissens gekaufte Milch stammt eben nicht aus der unmittelbaren Region, sondern vielleicht aus Nordeutschland. Es gibt keine gesetzliche Definition für das Wort „ regional“.

Bei frischem Obst und Gemüse sowie unverarbeitetem und vorverpacktem Fleisch muss das Ursprungsland auf Schildern oder auf der Verpackung genannt werden. Verbraucher können hier den letzten Verarbeitungsort ablesen. Das Bundesland ist mit einem Kürzel angegeben und der Betrieb verbirgt sich hinter einem Code. Im Internet kann man den Betrieb in einer Datenbank finden. Es ist immer wieder aufschlussreich und überraschend, aus welcher Stadt das gekaufte Produkt stammt. Ebenso sollte man nicht zögern, seinen Lebensmittelhändler zu fragen, woher die verkauften Produkte stammen und welche Kriterien für die als „regional“ angepriesenen Lebensmittel gelten.

Regional einkaufen bedeutet zwar saisonal einzukaufen, dennoch gibt es bestimmte Gemüsesorten, die quasi nicht in Deutschland angebaut werden, wie zum Beispiel die Paprika. Für uns überraschend, da wir uns daran gewöhnt haben, dass alle Sorten an Obst und Gemüse ganzjährig verfügbar sind – nicht nur zur heimischen Haupterntezeit. Die erschreckende Konsequenz: Inzwischen werden über 60 Prozent des Gemüses und 80 Prozent des Obstes (Zitrusfrüchte nicht mit einberechnet) nach Deutschland importiert. Diese ständige Verfügbarkeit bedeutet einen äußerst hohen Energieaufwand für weite Transportwege, Treibhäuser oder gekühlte Lagerstätten – für unser Klima und unsere Umwelt eine Katastrophe! Um diesen Teufelskreis zu stoppen, sollte auf Flugware ( Bsp. Exotische Früchte) defintiv verzichtet werden.

Saisonal einkaufen – aus Liebe zur Umwelt

Saisonal einzukaufen ist folglich der beste Weg etwas Gutes zu tun. Und das sind wir unserem Körper, unserer Gesundheit und unserer Umwelt doch letztlich auch schuldig.

Einen Saisonkalender für heimisches Obst, Salat und Gemüse gibt hier: NABU-Saisonkalender

Rezeptvorschlag für Geist und Seele: Gemüsepfanne mit Kartoffel-Kräuterpüree

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Schritt für Schritt bewusster Leben: ohne Fleisch geht’s auch

Nachhaltigkeit im Alltag

Für alle, die mit dem Thema Nachhaltigkeit noch nicht bis in die tiefsten Poren vertraut sind, haben wir uns ein paar Themen überlegt, mit denen wir Sie Schritt für Schritt dabei unterstützen wollen bewusster zu konsumieren und Ihre Lebensweise nachhaltiger zu gestalten.

Jeden Monat werden wir Ihnen ein neues (und für alle erreichbares) Nachhaltigkeitsziel vorschlagen und Sie auf diese Weise mit vielen interessanten Fakten und Zusammenhängen zu den unterschiedlichen Themen begleiten.

Unser Ziel des Monats: Nur 1x pro Woche Fleisch essen!

Zugegeben, gar kein Fleisch essen ist noch wirkungsvoller. Aber für diejenigen die doch nicht ganz darauf verzichten möchten, wollen wir zumindest mit ein paar Details dazu ermuntern den Fleischkonsum zumindest auf ein Minimum zu reduzieren.

Denn kein anderer Sektor trägt so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, der Rodung von Wäldern und der Zerstörung unseres Klimas, der Gefährdung unserer Gesundheitssysteme und zum Leid der Tiere bei wie die industrielle Fleischproduktion. Mit drastischen Folgen.

Nach Branchenzahlen haben die Deutschen 2016 pro Kopf durchschnittlich 59 Kilogramm Fleisch gegessen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt höchstens die halbe Menge. Anders sind nicht nur die Klimaziele sondern auch höherer Tier- und Naturschutz nicht erreichbar. Warum? Weil zu viel Fleisch ungesund ist und uns und der Umwelt teuer zu stehen kommt. Eine nachhaltige Fleischproduktion kann es nur geben, wenn sich der Konsum verringert, hier in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern auf der Welt.

Quelle: albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/1-kg-rindfleisch

Viel Aufwand für ein Kilo Fleisch

Die Produktion von Fleisch ist teuer. Eine Kuh muss rund zehn Kilo Soja futtern, um ein Kilo Fleisch anzusetzen. Knapp die Hälfte des weltweit angebauten Getreides landet in den Mägen von Schweinen, Hühnern oder Rindern. Nach Angaben der FAO werden etwa 80 Prozent des Agrarlandes für Viehhaltung verwendet. In einigen Ländern ist dadurch die Artenvielfalt der Pflanzen bedroht: In Südamerika sind in den letzten 40 Jahren fast 20 Prozent des Regenwaldes im Amazonasgebiet gerodet worden. Stattdessen wachsen auf vielen Flächen nun Sojapflanzen – auch, um die dortigen Viehherden mit Futter zu versorgen. Gleichzeitig sieht die FAO in den Viehherden einen der Mitverursacher des Klimawandels. Rund 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase stammen aus der Tierhaltung. Daneben wird bei der Produktion viel Wasser verbraucht: Auf ein Kilo Schweinefleisch kommen 14.000 Liter.

Setzen Sie ein Zeichen

Der Veggie-Trend ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das bestätigt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit aktuellen Zahlen. Während mehr Obst, Gemüse und alkoholfreie Getränke gekauft werden, geht der Absatz von Fleisch und Wurst um 1,4 Prozent zurück, berichtet die Wirtschaftswoche. Und doch boomt die Fleischproduktion hierzulande. Das Statistische Bundesamt vermutet, dass in Folge des geringen Milchpreises mehr Kühe und Rinder geschlachtet wurden. Aber auch der Fleischhunger im Ausland lässt deutsche Schlachthöfe mehr produzieren: In den vergangenen Jahren hat sich der deutsche Fleischexport mehr als verdoppelt.

Darum: fangen Sie heute noch an:

  • Verringern sie im ersten Schritt ihren Fleischkonsum und bauen Sie fleischfreie Tage in die Essensplanung ein.
  • Verzichten Sie dann die Woche über auf den Konsum von Fleisch und gönnen sich am Wochenende ein Steak aus nachhaltiger Produktion oder Fisch aus nachhaltiger Fischerei.
  • Tipp: Orientieren Sie sich beispielsweise an der italienischen Küche: sie ist reich an leckeren pflanzlichen Rezepten.
  • Wenn schon Fleisch, dann bitte Bio! Damit leisten Sie persönlich einen Beitrag zu einer artgerechteren Nutztierhaltung.
  • Die Angst vor Eiweißmangel ist völlig unbegründet – eine gesunde, ausgewogene Ernährung vorausgesetzt. Auch Getreide, Hülsenfrüchte und Milchprodukte sind hochwertige Eiweißquellen.
  • Wenn Sie den Fleischgeschmack vermissen, dann versuchen Sie kräftig gewürzte Speisen wie Curry. Auch Nudeln mit Soja-­Bolognese-Sauce oder Geschnetzeltes mit Seitan können helfen, den Fleischhunger zu überlisten.
  • Nehmen Sie Kontakt zu Gleischgesinnten auf: das Internet bietet hier ein breites Angebot an Communities. Besuchen Sie vegetarische oder vegane Kochkurse oder Messen.

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