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Neue Wege für den Elektroschrott: umdenken und sinnvoll entsorgen

Viele Mio. Tonnen Elektroschrott vergiften unsere Umwelt und es werden jedes Jahr mehr. Eine animierte Infografik veranschaulicht deutlich, wie viel Müll in deutschen Haushalten entsorgt wird. Elektroschrott hat einen nicht unerheblichen Anteil daran.

Unsere heutige Gesellschaft funktioniert nach dem Prinzip: ein neues Gerät ist besser als das alte reparieren zu lassen. Elektrogeräte sind heute vielmals absichtlich so konstruiert, dass sie innerhalb weniger Jahre nicht mehr funktionieren. Zudem wird der Müll nicht immer dort recycelt, wo er auch entsteht.

 

 

21,6 kg Elektroschrott produziert jeder Deutsche pro Jahr*. Die Probleme entlang der gesamten Produktionskette sind bekannt: Rohstoffe aus Konfliktregionen, unzumutbare Arbeitsbedingungen bei der Produktion, hochgiftiger Schrott, der auf Müllbergen in Entwicklungsländern Mensch und Umwelt schadet. Wer elektronische Geräte länger nutzt und am Ende der Nutzungsdauer richtig entsorgt, kann dem entgegenwirken.

Vollständig nachhaltig produzierte Elektrogeräte sind derzeit allerdings noch nicht möglich. Die Herstellung kommt ohne die Verwendung von Gefahrenstoffen, Schwermetallen und Materialien, die nicht nachhaltig und fair gewonnen werden können, fast nie aus. Umso wichtiger ist es, den Lebenszyklus jedes Elektrogerätes zu verlängern und es dann einer fach- und umweltgerechten Entsorgung zuzuführen.

Am 24. Oktober 2015 trat eine Novelle des ElektroG in Kraft, die zukünftig auch Online-Händler zur Rücknahme von Elektroaltgeräten verpflichtet. Nach einer Übergangsfrist von 9 Monaten ist dieses Gesetz nun seit 25.07.2016 rechtskräftig. Für Interessierte gibt es hier den entsprechenden Gesetzentwurf.

Wo und wie können Sie Ihren Elektroschrott am besten entsorgen?

old-radio-1255210_1920Elektronische Geräte die nicht mehr funktionieren, müssen unbedingt ordnungsgemäß entsorgt werden. Denn in vielen alten Geräten stecken Stoffe, die wertvoll und/oder gefährlich sind. Nur im Rahmen einer fachgerechten Entsorgung können diese Inhaltsstoffe wiederverwendet, gefährliche und giftige Substanzen aus dem Elektroschrott isoliert und aufbereitet werden.

Großhandel und Elektronik-Fachgeschäfte
Großhandel und Fachgeschäfte mit mehr als 400 qm Verkaufsfläche für Elektrogeräte, sind verpflichtet, kleinere Elektro-Altgeräte in jedem Fall und größere beim Kauf eines neuen Gerätes kostenfrei zurückzunehmen. Als „klein“ gelten Geräte, bei denen keine Kante die Länge von 25 Zentimeter überschreitet. Ein Kaufbeleg ist für die Rücknahme übrigens nicht notwendig.

Online-Shops
Die gleiche Regelung betrifft auch Onlinehändler solange sie über eine 400 qm große Lagerfläche verfügen. Das Porto muss der Händler tragen, dennoch ist es unbedingt ratsam, die Abläufe vorher mit dem Onlinehändler abzuklären.

Wertstoffhöfe
Die regionalen Wertstoffhöfe sind die beste Möglichkeit, privaten Elektroschrott aller Art sachgerecht entsorgen zu lassen. Auf www.elektroschrott.de/wertstoffhoefe zeigt eine Karte mit Pins die nächstgelegenen Wertstoffhöfe auf.

Entsorgung mittels Smartphone-App
Die kostenlose Smartphone-App „eSchrott“ findet schnell und einfach die nächstgelegene Sammelstelle für Elektroaltgeräte. Die App für Android-Smartphones, iPhones/iPads und Windows-Geräte zeigt auf einer Karte die nächstgelegenen Sammelstellen und Recyclinghöfe an. Hier geht’s zur App.

Recycling von alten Handys für einen guten Zweck
Ihre ausgedienten Mobilfunk Geräte können Sie über diverse Internetportale fach- und umweltgerecht entsorgen. Dazu zählt beispielsweise “Handys für die Umwelt” von der Deutschen Umwelthilfe, die Aktion “Alte Handys für die Havel” vom NABU oder das vom Rat für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnete Projekt mobile-box.eu. Die Erlöse aus den Rücknahmen kommen unterschiedlichen Umwelt- und Naturshutzprojekten zugute.

Umdenken und bewusster handeln. Alternativen zur “Wegwerf-Lösung”

Gebraucht kaufen
Wer gebraucht kauft, spart Geld und vermeidet Elektroschrott und die Produktion von neuen Geräten.

Verkaufen
Weg mit allem, was Sie nicht brauchen: gebraucht verkaufen über Flohmärkte oder Online-Plattformen wie reBuy oder Wirkaufens.de. Bei letzterem erhalten Grünkauf-Mitlglieder sogar 3 Bonuspunkte pro Euro Umsatz.

Verschenken, spenden oder tauschen
Es findet sich immer jemand, der etwas brauchen kann. Labdoo spendet Notebooks an Schulen in der ganzen Welt. freecycle.org organisiert städtische Gruppen, die Dinge verschenken. Eine andere Alternative ist das Tauschen. Eine Übersicht geeigneter Tauschbörsen gibt es z.B. auf Wikipedia.

Lange nutzen und reparieren
Je länger ein Gerät genutzt wird, umso besser. Viele Defekte lassen sich leicht beheben, z. B. in Handy-Repair-Shops oder in Repair-Cafés. Eine Übersicht der nächsten Veranstaltungen in Ihrer Region finden Sie auf www.reparatur-initiativen.de.

Worauf Sie bei einem Neukauf achten sollten

Bei einem Neukauf sollten Sie unbedingt auf Nachhaltigkeitslabels achten, die für eine nachhaltige Produktionsweise stehen. Das TCO-Label zeichnet Smartphones, Drucker, Notebooks und Bildschirme aus, die verschiedene Prüfkriterien entlang des gesamten Lebenszyklus erfüllen, wie z. B. eine Begrenzung gefährlicher Chemikalien oder eine Wiederverwertbarkeit von Einzelteilen. Energiesparende Bürogeräte kennzeichnet der Energy Star. Der Blaue Engel und das Europäische Umweltzeichen stehen für Geräte mit geringen Umweltbelastungen. Inzwischen gibt es Projekte, die versuchen, die Produktion von Elektrogeräten umweltfreundlicher und sozialverträglicher zu gestalten. Ein Beispiel ist das Fairphone.

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Am nachhaltigsten ist es natürlich, sich vor dem Kauf eines neuen Elektrogeräts zu fragen: Brauche ich das wirklich? Könnte ich das alte Gerät nicht einfach weiterhin verwenden und so seine Lebensdauer erhöhen? Wo mehr und länger genutzt wird, fällt weniger Elektroschrott an. Die Auswirkungen des Einzelnen scheinen vielleicht marginal, aber in der Masse im weltweiten Kreislauf des Recycling, sind die Effekte nicht zu unterschätzen!

Apropos: Wo fängt eigentlich Elektronik an? Alles, was mit einem Stromkabel oder mit Batterien bzw. Akku betrieben wird, egal ob fest oder austauschbar, darf nicht in den Hausmüll. Neuere Geräte erkennen Sie am Symbol einer durchgestrichenen Mülltonne.

Also, machen Sie mit, denn … Nachhaltigkeit ist auch Verbraucheraufgabe!

*Quelle: Statista; Pro-Kopf-Aufkommen von Elektroschrott in Deutschland im Jahr 2014

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